„Hausfriedensbruch“ Prozess gegen Tierbefreiungsaktivisten in Celle


Künstler: Hartmut Kiewert Quelle: linksunten.indymedia.org

Der Politische Hintergrund des Verfahrens:
„50 Milliarden „Nutztiere“, plus ca. 140 Millionen Tonnen Fische und andere Meerestiere (hier werden die einzelnen Individuen gar nicht erst gezählt) werden jedes Jahr geschlachtet. Allein in Deutschland sind es pro Jahr ca. 500 Millionen geschlachtete „Nutztiere“. Der größte Teil landet in den Mägen der Menschen, welche die so genannte „erste Welt“ bewohnen. Ein_e durchschnittliche_r Deutsche_r „verbraucht“ im Laufe seines/ihres Lebens ca. 22 Schweine, 7 Rinder, 20 Schafe, 600 Hühner sowie etwas Wild für seinen/ihren Fleischgenuss. Dabei stammen 98 % des Fleisches aus Massentierhaltung.“1

Diese Zahlen stehen für eine unfassbare Zuspitzung des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier. In denen Tiere zu Objekten gemacht werden, zu ausbeutbaren Ressourcen, zu auf den Markt verwertbare Waren. Mastanlagen stehen leider nur exemplarisch für viele andere Orte in unserer Gesellschaft, in denen die Bedürfnisse von Tieren systematisch Missachtet werden.

Auch Bedürfnisse vieler Menschen müssen den Interessen von Profit und Verwertung weichen so werden Kleinbäuer_innen in Lateinamerika und Asien vertrieben und Regenwälder gerodet um Soja für die Futtermittel anzubauen. Millionen von Menschen müssen wegen der Folgen des Klimawandels fliehen. Nach einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) trägt die Tierausbeutung für den Konsum von Fleisch, Milch und Eiern mehr zu der Globalen Erwärmung bei, als der gesamte Verkehrssektor. Nach Studien des Robert Koch Institutes starben im Jahr 2009 ca. 40.000 Menschen in Deutschland an den Folgen der Verbreitung von antibiotikaresistenten Keimen. In Tierfabriken müssen Tausende von Tieren auf engsten Raum unter Katastrophalen Hygienischen Bedingungen leben. Diese Umstände führen zu einer Massenhaften Verbreitung von Krankheiten die in der Regel mit Antibiotika bekämpft werden. Die Keime entwickeln Resistenzen dagegen und verbreiten sich u.a. durch die Luft auch auf Menschen.

All diese Phänomene stehen nicht exemplarisch für die industrielle Tierhaltung sondern sind vielmehr Ausdruck einer kapitalistisch und herrschaftsförmigen Gesellschaft und sollten aus diesen Kontext heraus analysiert und bekämpft werden.

Seit einigen Jahren blähst vor allem dem Gefügelkonzern Rothkötter mit seinem Schlachthof in Wietze (kleiner Ort bei Celle) und den dafür benötigten Zulieferbetrieben Widerstand entgegen. In Wietze selber gründete sich die größte Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung in Deutschland. An vielen Orten wo Mastanlagen für diese Schlachtfabrik gebaut werden gründen sich ebenfalls Bürger_innentiativen um öffentlich und juristisch gegen diese vorzugehen. Es kam zu mehreren Besetzungen, welche meistens von unabhängigen Aktivist_innen durchgeführt wurden. Auch Brandanschläge gegen Mastanlagen bei denen weder Menschen noch Tiere verletzt wurden prägen den Widerstand.
Im Mai diesen Jahres machten sich mehrere unabhängige Aktivist_innen mit Fahrrädern für 3 Wochen auf den Weg und errichteten an mehreren Orten wo Zulieferbetriebe für die Schlachtfabrik in Betrieb genommen wurden oder sich in Planung befanden, Camps. Die Camps dienten für Austausch von Inhalten und waren Ausgangspunkt von einigen Aktionen. Höhepunkt der „Critical Mast Aktionsfahrradtour“ war das Camp vom 22. bis 28. in Wietze.

Wem nützt die von oben konstruierte und durchgesetze Ordnung? Was hat der Staat mit der Ausbeutung von Tieren und Menschen zu tun? Warum werden in dem System in den wir leben Regenwälder gerodet, Menschen vertrieben, Flüsse vergiftet und Tiere benutzt?

Karl C. wird diesen Prozess offensiv und politisch führen und versuchen u.a.. diesen Fragen nachzugehen. (Auch wenn wir sie dort bestimmt nicht abschließend klären werden) Ihr seit alle eingeladen euch an den Spektakel zu beteiligen, kreativ viele Antworten zu finden und Neue Fragen in den Raum zu werfen …

1 Quelle: http://hartmutkiewert.files.wordpress.com/2010/02/ausdruck_teil1_fertig.pdf


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